Metall- und Elektroindustrie Thüringen 2200 Beschäftigte im Warnstreik: erfolgreiche Warnstreikwoche geht zu Ende

Starke Warnstreikwoche in der Metall- und Elektroindustrie Westthüringens. Die Arbeitgeber stehen jetzt unter Zugzwang.

Warnstreik bei ZF am Donnerstag

6. November 2026 6. November 2026


Leere Hallen, stillstehende Anlagen und zahlreiche Warnstreikaktionen vor den Werkstoren: Rund 2200 Beschäftigte haben sich in dieser Woche an den Warnstreiks der IG Metall in Westthüringen beteiligt.

Die Beschäftigten bei EJOT in Tambach-Dietharz, BMW, Opel, Bosch und Benteler in Eisenach, ZF in Gotha, Hako in Waltershausen und der Fahrzeugbau GmbH in Geisa haben ein deutliches Signal an die Arbeitgeber gesendet. Sie erwarten in dieser Tarifrunde mehr als warme Worte. Sie erwarten Respekt für ihre Leistung, konkrete Verbesserungen und Verantwortung der Arbeitgeber für die Beschäftigten.

Im Mittelpunkt der Forderungen der IG Metall stehen 5 Prozent mehr Entgelt, Maßnahmen zur Sicherung von Beschäftigung und Standorten. Eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen sowie eine Beteiligung der Beschäftigten am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Unternehmen. Gerade in Zeiten von Transformation, Umstrukturierungen und wirtschaftlicher Unsicherheit erwarten die Menschen verbindliche Perspektiven für ihre Arbeitsplätze.

Die Forderungen kommen direkt aus den Betrieben. Dort erleben die Beschäftigten täglich die Herausforderungen steigender Lebenshaltungskosten, wachsender Arbeitsbelastung und die Sorgen um die Zukunft ihrer Standorte.

Nach mehreren Verhandlungsrunden sehen die Beschäftigten bislang keine ausreichende Bewegung auf Seiten der Arbeitgeber. Entsprechend hoch war die Beteiligung an den Warnstreiks.

Dazu erklärt Toni Bernheiden, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Eisenach:

"Die Beschäftigten hören seit Monaten, was angeblich alles nicht geht. Gleichzeitig sehen sie, dass Vorstandsgehälter auf Rekordniveau liegen. Für Millionenvergütungen an der Konzernspitze ist Geld da, für die Menschen am Band, in der Fertigung und in den Werkstätten soll dagegen kein Spielraum vorhanden sein. Viele Beschäftigte empfinden dies als Zeichen einer zunehmenden Schieflage bei der Verteilung des wirtschaftlichen Erfolgs. Das passt nicht zusammen. Wer Leistung fordert, muss Leistung auch ordentlich bezahlen.“

Sollte es in der nächsten Verhandlungsrunde keine Bewegung geben, bereiten die Mitglieder der IG Metall in Ihren Betrieben 24-Stunden Warnstreiks vor.