Aktionstag 2026

Industriepolitik | Aktionstag der IG Metall
2.000 Beschäftigte setzen Zeichen für den Industriestandort Westthüringen

Mit aktiven Mittagspausen, Betriebsversammlungen und Betriebsratssprechstunden haben rund 2.000 Beschäftigte in Westthüringen ihren Forderungen Nachdruck verliehen: Die Zukunft der Industrie darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

Eisenach. Mit einem gemeinsamen Aktionstag haben am 21.09.2026 rund 2000 Beschäftigte in Westthüringen ein deutliches Zeichen für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze gesetzt. In den Betrieben Opel, Bosch, ZF, EJOT, Hako und BMW fanden aktive Mittagspausen, Betriebsratssprechstunden und Betriebsversammlungen statt. Die Aktionen waren Teil eines bundesweiten Aktionstages der IG Metall.

Die Beschäftigten machen damit auf die zunehmenden Angriffe auf Standorte und Arbeitsplätze in der Automobil- und Zulieferindustrie aufmerksam. Die Ursachen der ökonomischen Krise liegen in einem verschärften internationalen Wettbewerb, in schleppenden Investitionen in Zukunftstechnologien, in Fehlentscheidungen der Unternehmensführungen sowie in mangelnden industriepolitischen Maßnahmen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben bereits durch Kurzarbeit, Standortvereinbarungen und Einschnitten in Tarifverträgen einen Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen und regionalem Wohlstand geleistet. Wenn die Kosten weiterer Sparmaßnahmen ausschließlich von Beschäftigten getragen werden sollen, ist das inakzeptabel. Aus diesem Grund haben sich die Belegschaften am Aktionstag mobilisiert und gezeigt, dass sie für gute Industriearbeitsplätze kämpfen werden.

Besonders in Süd- und Westthüringen ist die Situation ernst. Die ökonomische Lage der Automobilindustrie ist eng mit dem Wohlstand und den Zukunftsperspektiven der Region verknüpft. Toni Bernheiden, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Eisenach, erklärt hierzu: „In den letzten sechs Jahren haben wir bereits über 7.000 Industriearbeitsplätze in der Region verloren. Die Metall- und Elektroindustrie ist die wirtschaftliche Herzkammer der Region. Es braucht jetzt endlich Arbeitgeber, die Verantwortung übernehmen, anstatt nur Gewinne zu maximieren. Der Aktionstag ist ein erster Vorgeschmack darauf, was die Arbeitgeber erwartet, sollten sie nicht kompromissbereit sein. Die Belegschaften haben heute eindrucksvoll bewiesen, dass sie bereit sind für ihre Arbeitsplätze einzustehen.“

Der Aktionstag sendet ein unmissverständliches Signal: Die Beschäftigten erwarten tragfähige Zukunftskonzepte für ihre Werke und sind bereit, gemeinsam für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen.