Gotha - Rund 160 Beschäftigte der Gothaer Fahrzeugtechnik GmbH haben sich am heutigen Dienstag an einem dreistündigen Warnstreik von 12:30 bis 15:30 Uhr beteiligt. Der Warnstreik erstreckte sich über Teile der Früh- und Spätschicht und legte die Produktion weitestgehend lahm.
Hintergrund sind die zuletzt ins Stocken geratenen Tarifverhandlungen zwischen der IG Metall und der Geschäftsleitung. Das zuletzt vorgelegte Arbeitgeberangebot sieht eine Entgelterhöhung von 3,1 Prozent vor. Aus Sicht der IG Metall ist dieses Angebot angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Zugeständnissen aus vergangenen Tarifrunden unzureichend.
„Bei einer Inflation von 2,7 Prozent und gleichzeitig gestiegener Produktivität im Werk von 2,3 Prozent ist das Angebot deutlich zu wenig“, erklärt Toni Bernheiden, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Eisenach. „Die Beschäftigten leisten seit Jahren gute Arbeit und haben auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu ihrem Arbeitgeber gestanden. Dafür erwarten sie jetzt eine spürbare Erhöhung.“
Kritisch bewertet die IG Metall zudem den bisherigen Verhandlungsstil der Arbeitgeberseite. „Wir wollen nicht streiken – wir müssen streiken“, so Bernheiden weiter. „Der Arbeitgeber bewegt sich nicht und arbeitet ausschließlich mit roten Linien. So kommt man zu keinem Ergebnis.“
Die steigenden Lebenshaltungskosten belasten viele Beschäftigte zusätzlich. „Die aktuelle wirtschaftliche Situation trifft die Kolleginnen und Kollegen hart. Deshalb braucht es jetzt eine deutliche Erhöhung der Entgelte und eine ordentliche Einmalzahlung”, betont Bernheiden.
Mit dem Warnstreik haben die Beschäftigten ein klares Signal an die Geschäftsleitung gesendet. Sollten die Tarifverhandlungen weiterhin ohne substanziellen Fortschritt bleiben, schließt die IG Metall weitere Maßnahmen nicht aus.